Darmkrebs: Symptome, Früherkennung und Prävention
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten – ist aber auch eine der am besten vermeidbaren, wenn er frühzeitig erkannt wird. Damit du bestens informiert bist, haben wir diesen Artikel für dich vorbereitet. Er gibt dir einen Überblick über die wichtigsten Symptome der Krankheit, mögliche Risikofaktoren, die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen und natürlich über die wichtigsten Präventionsmassnahmen, die du das ganze Jahr über kennen solltest.
Was ist Darmkrebs?
Der Dickdarm, auch als Kolon bezeichnet, ist der letzte Abschnitt des Verdauungstrakts. Seine Hauptaufgabe besteht darin, Wasser und Mineralstoffe aus der Nahrung zu resorbieren und die unverdaulichen Reste bis zur Ausscheidung zu speichern.
Der Darmkrebs – manchmal als kolorektales Karzinom bezeichnet, wenn auch der Enddarm (Rektum) betroffen ist – entsteht meist durch eine unkontrollierte Zellvermehrung. Häufig beginnt dieser Prozess mit der Bildung von adenomatösen Polypen, kleinen Wucherungen an der Darmwand. Einige dieser Polypen können sich im Laufe der Zeit zu bösartigen Tumoren entwickeln, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und entfernt werden.
Darmkrebs in der Schweiz: Zahlen und Fakten
Darmkrebs gehört weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen. In der Schweiz werden laut der Krebsliga Schweiz jährlich rund 4500 neue Fälle diagnostiziert. Damit ist es die dritthäufigste Krebsart im Land.
In Bezug auf die Sterblichkeit ist Darmkrebs für etwa 1600 Todesfälle pro Jahr verantwortlich – etwa 900 Männer und 700 Frauen sind betroffen.
Laut der Krebsliga steigt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, mit dem Alter. Die Mehrheit der Fälle wird bei Personen über 50 Jahren diagnostiziert. Dank moderner Früherkennungsmethoden kann der Krebs jedoch rechtzeitig entdeckt werden, was die Heilungschancen erheblich verbessert.
Die 5-Jahres-Überlebensrate nach einer Darmkrebsdiagnose liegt bei 67 % für Männer und 66 % für Frauen. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Deshalb solltest du besonders auf die folgenden Symptome achten.
Darmkrebs-Symptome: Worauf solltest du achten?
Die Anzeichen für Darmkrebs können unterschiedlich sein. Manche Symptome sind früh erkennbar, andere hingegen bleiben lange unbemerkt.
Häufige Warnzeichen für Darmkrebs
1. Blut im Stuhl
- Das Blut kann hellrot, dunkler oder sogar schwarz verfärbt sein (Teerstuhl).
Wichtig zu wissen: Blut im Stuhl ist nicht immer mit blossem Auge sichtbar (sogenanntes okkultes Blut).
2. Veränderungen des Stuhlgangs
- Anhaltende Durchfälle oder Verstopfung ohne erkennbare Ursache.
- Veränderte Stuhlkonsistenz oder -frequenz über mehrere Wochen hinweg.
3. Bauchschmerzen oder Krämpfe
- Anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen, oft begleitet von Blähungen.
4. Chronische Müdigkeit und unerklärlicher Gewichtsverlust
- Ein Eisenmangel (Anämie) kann auftreten, wenn über längere Zeit unbemerkt Blut verloren geht – das führt zu Müdigkeit.
- Plötzlicher Gewichtsverlust ohne ersichtlichen Grund kann auf eine Erkrankung des Verdauungssystems hindeuten.
Blut im Stuhl: Hämorrhoiden oder Darmkrebs?
Nicht jedes Blut im Stuhl bedeutet Darmkrebs. Häufig sind Hämorrhoiden die Ursache – entzündete oder erweiterte Venen im Analbereich. Dabei ist das Blut meist hellrot und auf dem Toilettenpapier oder der Stuhloberfläche sichtbar. Begleitend treten oft Juckreiz oder Brennen auf.
Ist das Blut jedoch dunkler, in den Stuhl gemischt oder treten zusätzlich Bauchschmerzen auf, solltest du eine ärztliche Abklärung in Betracht ziehen. Ein:e Ärzt:in kann die genaue Ursache feststellen.
Risikofaktoren für Darmkrebs
Verschiedene Faktoren können das Risiko einer Darmkrebserkrankung erhöhen.
Alter und familiäre Vorbelastung
- Das Risiko steigt mit dem Alter, insbesondere ab 50 Jahren.
- Falls ein:e nahe:r Verwandte:r (Eltern, Geschwister) an Darmkrebs oder an adenomatösen Polypen erkrankt ist, erhöht sich dein eigenes Risiko.
Adenomatöse Polypen (Vorstufen von Krebs)
- Bestimmte Polypen haben ein erhöhtes Risiko, sich in Krebszellen umzuwandeln.
- Ohne regelmässige Vorsorgeuntersuchungen bleiben sie oft unbemerkt.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
- Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa verursachen langanhaltende Entzündungen im Darm.
- Diese können die Entstehung von Krebszellen begünstigen.
Darmkrebs vorbeugen: Was kannst du tun?
Auch wenn du ein erhöhtes Risiko hast, gibt es viele einfache Massnahmen, um Darmkrebs vorzubeugen.
Gesunde Ernährung
- Mehr Ballaststoffe essen: Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte.
- Weniger rotes Fleisch und Wurstwaren: Diese können das Risiko erhöhen.
- Zucker und gesättigte Fette reduzieren: Bevorzuge gesunde Fette wie Olivenöl. Mehr Tipps findest du in unseren Ernährungsartikeln.
Gesunde Lebensweise
- Kein Tabak, wenig Alkohol: Rauchen und übermässiger Alkoholkonsum erhöhen das Krebsrisiko.
- Regelmässige Bewegung: Studien zeigen, dass Körperliche Aktivitäten die Darmgesundheit verbessert und Entzündungen reduziert.
Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen
- Lass dich untersuchen, wenn du familiäre Vorbelastung hast oder Symptome bemerkst.
- Mache einen Darmkrebs-Screening-Test (FIT-Test oder Koloskopie) gemäss ärztlicher Empfehlung.
Früherkennung: Warum ist sie so wichtig?
Die Früherkennung ist eine der wirksamsten Massnahmen gegen Darmkrebs. Sie ermöglicht es, die Krankheit in einem heilbaren Stadium zu entdecken oder Krebsvorstufen zu entfernen, bevor sie gefährlich werden.
In der Schweiz werden Vorsorgeuntersuchungen für Personen zwischen 50 und 69 Jahren oft von der Grundversicherung übernommen. In einigen Kantonen gibt es spezielle Programme zur Früherkennung.
Methoden zur Darmkrebs-Früherkennung
- FIT-Test (Test auf okkultes Blut im Stuhl)
- Einfach zu Hause durchführbar: Eine Stuhlprobe wird per Post ins Labor geschickt.
- Falls Blut gefunden wird, ist eine Koloskopie zur Abklärung notwendig.
- Gut zu wissen: Ab 50 Jahren wird dieser Test alle zwei Jahre übernommen.
- Koloskopie
- Die zuverlässigste Methode zur Krebsprävention.
- Polypen können während der Untersuchung entfernt werden.
- Gut zu wissen: Ab 50 Jahren wird die Koloskopie alle zehn Jahre übernommen.
Hast du Beschwerden? Hol dir ärztlichen Rat!
Du hast Blut im Stuhl, anhaltende Bauchschmerzen oder bist ständig müde? Dann ist eine ärztliche Abklärung wichtig.
Vereinbare einen Termin bei einem:einer Hausarzt:ärztin oder einem:einer Gastroenterolog:in, um die Ursache zu klären und eine mögliche Früherkennung (FIT-Test oder Koloskopie) zu besprechen.
Quellen:
- American Cancer Society – Colon and Rectal Cancer Prevention
- Auer, R., Selby, K., Bulliard, J., Nichita, C., Dorta, G., Ducros, C., & Cornuz, J. (2015, November 25). Programme cantonal vaudois de dépistage du cancer colorectal :information et décision partagée. Revue Medicale Suisse.
- Darmzentrum Bern – Risiko und Vorsorge Dickdarmkrebs – Darmspiegelung
- Hôpital de La Tour – Cancer du côlon ou cancer colorectal
- Krebsliga – Darmkrebs
- Krebsliga – Früherkennung von Darmkrebs
- swiss cancer screening – Fakten zu Darmkrebs



Post Comment