Winterverletzungen: So kannst du sie vermeiden!
Achtung, rutschig! Im Winter sind Kälte und Glätte für zahlreiche Stürze und andere Verletzungen verantwortlich. Ob Verstauchungen, Brüche oder Erfrierungen – sie lauern überall, egal ob du auf der Skipiste unterwegs bist oder einfach auf einer eisigen Strasse gehst. Erfahre, wie du das Risiko minimieren und einen Besuch in der Notaufnahme vermeiden kannst.
Warum sind Winterverletzungen so häufig?
Der Winter ist eine echte Gefahrenzone … oder zumindest fast: Glatteis, schlechte Sichtverhältnisse und die unbändige Lust, auf die Skipiste zu stürmen, sobald die ersten Schneeflocken fallen. In der Schweiz gibt es laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) jährlich über 52’000 Unfälle im Wintersport. Und in 9 von 10 Fällen sind die Verunfallten selbst dafür verantwortlich – oops! Doch nicht nur Skifahrer:innen sind betroffen: Glatte Gehwege fordern ebenfalls ihren Tribut. Ein falscher Schritt, und schon sitzt du unsanft auf dem Hosenboden – mit etwas Pech sogar mit einer Verstauchung.
Die Top 5 der häufigsten Winterverletzungen
Hier sind die häufigsten Verletzungen im Winter – inklusive ihrer Symptome:
1. Verstauchungen und Zerrungen
Ob du einen Ski-Schwung schlecht erwischst oder beim Sprint zum Bus das Gleichgewicht verlierst – Verstauchungen passieren schnell, besonders am Sprunggelenk oder Knie. Die Schmerzen treten meist sofort auf, begleitet von einer Schwellung. Während leichte Verstauchungen oft mit Ruhe und Kühlung abheilen, brauchen schwerere Fälle ärztliche Betreuung und oft auch Physiotherapie.
2. Knochenbrüche
Bei heftigen Stürzen sind vor allem Handgelenk, Arm oder Hüfte gefährdet. Manchmal ist der Bruch deutlich sichtbar, manchmal handelt es sich nur um einen feinen Riss – doch jede Bewegung wird schmerzhaft.
3. Luxationen (Gelenkausrenkungen)
Eine Luxation bedeutet, dass ein Knochen aus dem Gelenk rutscht. Ein falscher Ski-Move, und die Schulter ist draussen. Ein heftiger Aufprall auf dem Eis, und schon springt die Kniescheibe heraus. Neben den Schmerzen ist oft eine deutliche Deformation sichtbar.
4. Erfrierungen
Es muss nicht gleich -20 °C haben, damit deine Finger schmerzen. Erfrierungen entstehen, wenn die Durchblutung in den Extremitäten (Finger, Zehen, Ohren, Nase) nicht mehr ausreicht. Erste Anzeichen sind Kribbeln, weissliche Haut oder ein brennendes Gefühl. In schlimmeren Fällen können Blasen entstehen oder dauerhafte Schäden auftreten. Bei milden Erfrierungen ist ein Arztbesuch nicht immer nötig.
5. Unterkühlung (Hypothermie)
Sinkt deine Körpertemperatur unter 35 °C, droht eine Hypothermie. Symptome sind Zittern, Müdigkeit, undeutliche Sprache und Koordinationsprobleme. Planst du eine Winterwanderung oder einen Skitag? Dann achte auf warme Kleidung – so bist du auf der sicheren Seite.
Wie kannst du Winterverletzungen vermeiden?
Wenn du den Winter ohne Gips oder Verband überstehen willst, gibt es einige Vorsichtsmassnahmen, die du beachten solltest:
Bereite deinen Körper auf den Wintersport vor
- Aufwärmen: Bevor du die Pisten hinunterfegst, solltest du dich ein paar Minuten aufwärmen (Knie, Sprunggelenke, Handgelenke). Ist zwar nicht das Spannendste, kann dir aber viele Verletzungen ersparen.
- Muskeltraining: Falls du öfter Skifahren gehst, lohnt sich ein gezieltes Training (Planks, Squats, Ausfallschritte). Das stabilisiert deine Gelenke.
- Kenne deine Grenzen: Wenn deine Beine müde werden, ist es besser, eine Pause einzulegen.
Die richtige Ausrüstung gegen Kälte und Glätte
- Rutschfeste Schuhe: Für Spaziergänge im Schnee oder auf Glatteis sind Schuhe mit profilierter Sohle oder Spikes Gold wert.
- Warme, atmungsaktive Kleidung: Du musst nicht wie das Michelin-Männchen aussehen. Die Drei-Schichten-Technik ist ideal: eine atmungsaktive Basisschicht, eine isolierende Zwischenschicht und eine wetterfeste Aussenschicht.
- Helm & Protektoren: Beim Skifahren, Snowboarden, Schlittenfahren oder Eislaufen schützt ein gut sitzender Helm vor Kopfverletzungen. Handgelenks- und Knieschoner sind übrigens nicht nur für Anfänger:innen!
Was tun bei einer Verletzung?
Trotz aller Vorsicht kann es passieren, dass du dich verletzt. Diese Sofortmassnahmen helfen, schlimmere Folgen zu vermeiden:
1. Erste Massnahmen
- Ruhe bewahren: Unterbrich sofort die Aktivität, die zur Verletzung geführt hat.
- Kühlen: Ein in ein Tuch gewickeltes Kühlpack auf die betroffene Stelle legen – etwa 10 Minuten lang, um Schwellungen zu reduzieren.
2. Warnsignale, die du nicht ignorieren solltest
- Anhaltende oder starke Schmerzen: Wenn der Schmerz nach ein paar Stunden nicht nachlässt, ist das kein gutes Zeichen – lass dich untersuchen!
- Starke Schwellung oder Deformierung: Wenn dein Arm nicht mehr wie ein Arm aussieht, ist das ein klarer Fall für die Notaufnahme.
- Gefühlsverlust oder Bewegungseinschränkung: Wenn du deine Finger nicht mehr spürst oder keinen Gegenstand mehr halten kannst, solltest du schnell handeln.
Sobald du wieder fit bist, kannst du dich langsam an den Wintersport herantasten: Hier erfährst du, wie du sicher zurück auf die Pisten kommst.
Sei vorsichtig im Winter!
Der Winter ist perfekt, um draussen Spass zu haben – doch Vorsicht vor Kälte und Stürzen! Mit guter Vorbereitung, der richtigen Ausrüstung und ein paar einfachen Vorsichtsmassnahmen kannst du das Risiko deutlich reduzieren. Falls du dich doch verletzt, gilt: Nicht lange warten – besser frühzeitig medizinischen Rat einholen!



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