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Taping in der Physiotherapie: Wozu dient es?

Taping in der Physiotherapie: Wozu dient es?

Man sieht es immer häufiger bei Profisportlern, Fussballern und Sprintern. Tape, diese bunten Streifen, die überall aufgeklebt werden können, sind eine große Hilfe bei Verletzungen und Schmerzen. Und es ist nicht nur für grosse Sportler gedacht! Es ist auch ein sehr nützliches Hilfsmittel in der Physiotherapie. Wir haben uns mit Julien Piller, Physiotherapeut bei PhysioNations in Genf, getroffen, der uns viel über das Taping erzählt hat.

Was ist ein Taping?

Tapes sind Klebestreifen, die in der Physiotherapie verwendet werden und auf den Körper geklebt werden. Es gibt verschiedene Arten von Tapes für verschiedene Zwecke. Am häufigsten sieht man farbige Tapes: Sie sind die elastischsten. Sie werden hauptsächlich verwendet, um:

  • Einen Muskel zu stimulieren oder zu hemmen
  • Ein Gelenk zu verriegeln oder zu stabilisieren
  • Muskelverspannungen zu verringern

„Das Anbringen und die Art des Tapings hängt wirklich von den Bedürfnissen des Patienten ab. Es ist auch sehr nützlich als propriozeptive Erinnerung“, erklärt uns Julien. Beispielsweise könnte eine Person, die häufig nach vorne gekrümmt ist, von Tapes profitieren. Je nachdem, wie die Bänder angelegt werden, muss sich die Person aufrichten, um sich besser zu fühlen. In diesem Moment wird die Haltung korrigiert.

Dieses Hilfsmittel kann an jeder beliebigen Stelle des Körpers angebracht werden. Häufig sieht man Tape auf einem Knie, einer Schulter oder auch einem Knöchel angebracht. Das hängt davon ab, welches Leiden behandelt werden soll.

In welchem Zusammenhang kann Taping verwendet werden?

Das Tapen wird in der Physiotherapie vielfach eingesetzt. Es ist ein sehr vielseitiges Werkzeug, das für viele Zwecke eingesetzt werden kann. Sie sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass es sich nicht um eine Behandlung an sich handelt, sondern dass Sie von einer Fachkraft behandelt werden müssen. Sobald die Streifen entfernt werden, verschwindet auch ihre Wirkung. Es handelt sich also um eine kurzlebige Lösung, die eine grundlegende Behandlung erfordert.

„Man sollte es vor allem als Ergänzung zu einer Therapie sehen. Taping ist zum Beispiel bei verstauchten Knöcheln sehr hilfreich. Nachdem der Patient eine Schiene getragen hat, können Tapes angebracht werden, um den Knöchel zu stabilisieren. Das beruhigt auch den Patienten, der so den Übergang von der Schiene zur freien Bewegung gelassener vollziehen kann.“

Je nachdem, wie das Tape angelegt wird und wie stark es gespannt ist, hat es unterschiedliche Auswirkungen.

Und für wen?

Taping ist nicht nur für Sportler geeignet. Auch jeder andere kann die Vorteile des Tapens für sich nutzen. Das Ziel ist es, den Patienten zu zeigen, wie man das Tape anlegt.

„Das Tape hält gut im Alltag, sogar unter der Dusche. Nach drei bis vier Tagen verliert es jedoch seine Elastizität. Zu diesem Zeitpunkt ist es gut, wenn man es selbstständig wechseln kann. Meistens machen wir mit dem Patienten in der Praxis ein kleines Tutorial, damit er es dann zu Hause nachmachen kann.“

Ein Wort unseres Experten

Julien Piller

„Jeder Patient hat je nach seiner Verletzung oder seinen Schmerzen spezifische Bedürfnisse. Die Art und Weise, wie das Tape gespannt wird, variiert seine Wirkung. Bei einem Knie zum Beispiel kann man die Spannung auf die Außenseite legen oder auch die Kniescheibe stabilisieren. Das hängt wirklich von der Person ab, davon, wie ich ihre Muskelverspannungen oder auch ihre Gelenkstabilität sehe“.

Interessierst du dich für Taping?

Wenn du unter Muskelschmerzen oder -verspannungen leidest, könnte Taping für dich hilfreich sein. Aber vor allem in der Physiotherapie. Wie bereits erwähnt, sollte dieses Hilfsmittel nur als Ergänzung zu anderen Behandlungen eingesetzt werden. Am besten ist es daher, einen Termin bei einem/einer Physiotherapeuten/in zu vereinbaren. Er/sie kann dir eine Diagnose stellen und dich während des gesamten Prozesses begleiten.

Physiotherapie wird von der Krankenversicherung übernommen, sofern du ein Rezept von deinem Hausarzt hast. Du kannst natürlich auch ohne eine solche Verordnung hingehen, aber dann musst du die Sitzungen aus eigener Tasche bezahlen.

Um die Kosten von deiner Versicherung erstattet zu bekommen, solltest du also einen Termin bei deinem Arzt vereinbaren und dein Problem schildern. Wenn er oder sie der Meinung ist, dass du einen Physiotherapeuten brauchst, wird er oder sie dir ein Rezept für 9 Sitzungen ausstellen. Danach kannst du frei wählen, wer dich begleiten soll. Finde deinen Physiotherapeuten auf onedoc.ch.

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